Unruhen bei Studentenprotesten in Mexiko

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Die mexikanischen Menschenrechtsorganisationen Comité Cerezo und Agustín Pro sprechen dagegen von bis zu 70 festgenommenen Personen. Neben Demonstranten seien davon auch Bürger betroffen, die sich zufällig in der Nähe der Geschehnisse aufgehalten hätten.

Schwere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei fordern zahlreiche Verletzte. Einsatz von Provokateuren vermutet

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Von Leticia Hillenbrand
amerika21.de
04.10.2013 07:30

Mexiko-Stadt. Bei Demonstrationen von tausenden Studenten und Aktivisten sozialer Bewegungen in der mexikanischen Hauptstadt und an weiteren Orten des mittelamerikanischen Landes ist es am Mittwoch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen, die zu vielen Festnahmen führten und zahlreiche Verletzte forderten. Mit den Demonstrationen wurde an das Massaker von Tlatelolco am 2. Oktober 1968 erinnert.

Die zunächst friedliche Manifestation in Mexiko-Stadt nahm ihren Anfang auf der Plaza de las Tres Culturas, wo vor 45 Jahren Soldaten und Paramilitärs des "Batallón Olimpia" das Feuer auf eine Studentendemonstration eröffnet hatten. Das Massaker forderte damals mindestens 250 Opfer. Damit wurden, kurz vor Beginn der Olympischen Spiele von Mexiko, die 1968er Studentenstreiks und -proteste auf ihrem Höhepunkt blutig niedergeschlagen.

Der für den Abschluss der Demonstration am Mittwoch vorgesehene Ort, die Plaza de la Constitución (auch: Zócalo) im Zentrum von Mexiko-Stadt, war von starken Polizeikräften, einschließlich berittener Polizei, abgeriegelt worden. Die Veranstalter des Protestzugs entschieden daher, die Route kurzfristig zu ändern. Aus dieser Situation entwickelten sich chaotische Zustände, als eine Gruppe schwarz Vermummter aus der Demonstration heraus begann, die Polizei mit Steinen und Molotowcocktails zu attackieren. Dies wurde von den Ordnungshütern umgehend mit einem massiven Tränengaseinsatz beantwortet. Neben etlichen Demonstranten kamen dabei auch Medienvertreter zu Schaden, unter anderen wurden Journalisten des Fernsehsenders Canal 11, der Tageszeitungen Excelsior und El Sol sowie der US-Nachrichtenagentur Prensa International verletzt.

Nach Angaben der Behörden kam es im Verlauf der Auseinandersetzungen in der Hauptstadt zu 22 Festnahmen. Die mexikanischen Menschenrechtsorganisationen Comité Cerezo und Agustín Pro sprechen dagegen von bis zu 70 festgenommenen Personen. Neben Demonstranten seien davon auch Bürger betroffen, die sich zufällig in der Nähe der Geschehnisse aufgehalten hätten. Nach Medienberichten sollen während der Krawalle auch mindestens 32 Polizisten verletzt worden sein.

Augenzeugen vermuten, daß sich unter den gewalttätigen Akteuren innerhalb der Demonstration Provokateure befunden haben, die in die Veranstaltung geschleust wurden. Demnäch hätten sich zivil gekleidete Polizisten unter die Demonstranten gemischt. Vertreter der seit Monaten streikenden Lehrer, die sich ebenfalls an der Veranstaltung beteiligten, sehen darin eine Aktion staatlicher Agenten, um die zunächst offensichtlich friedliche Demonstration entgleisen zu lassen.

Im Rahmen der Ereignisse wurden auch sieben Studenten festgenommen, die zu den Besetzern der Direktion der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) gehören, als sie sich auf dem Weg zur Demonstration befanden. Ihre Familienangehörigen wissen bislang nicht, wohin die Polizei die Verhafteten gebracht hat. Von offizieller Seite erhielten sie dazu keine Auskunft.

Zu Auseinandersetzungen aus Anlass des Massaker-Jahrestags kam es auch im südlichen Bundesstaat Oaxaca. Dort ging die Polizei gegen Demonstranten der Nationalen Autonomen Universität von Oaxaca vor, trieb die Teilnehmer mit Tränengas auseinander und nahm zwölf Personen fest. Nach offiziellen Angaben soll die Konfrontation hier von Anarchisten ausgegangen sein, unter den Verletzten sollen sich auch vier Polizeibeamte befinden. Auch in den Bundesstaaten Morelos und Michoacán gab es am Rande von Protestzügen Scharmützel zwischen Demonstrationsteilnehmern und Polizeikräften.

Die Ereignisse spiegeln eine Zuspitzung der sozialen Konflikte in Mexiko wieder. Besonders die sogenannten Reformen der Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto im Bildungswesen, im Energiesektor und beim Steuersystem stoßen in der Bevölkerung auf immer mehr Widerstand. Zudem ist für viele Tausende nach den verheerenden Hurrikans der vergangenen Wochen jegliche Art staatlicher Hilfe ausgeblieben. Die Regierung steht in der Kritik, den Katastrophenschutz vernachlässigt und nicht rechtzeitig Unwetter-Warnungen herausgegeben zu haben.

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